Load balancer ADC

Relevante Load Balancer im Jahr 2022

Jérôme Wezelenburg
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Jérôme Wezelenburg, Solutions architect

7 min. Lesezeit
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Immer mehr Unternehmen haben in den letzten Jahren entschlossen auf Cloud-Technologien gesetzt. Hybride Strukturen sind zur neuen Norm geworden. End-to-End-Netzwerkinfrastrukturen erstrecken sich heute vom Rechenzentrum bis in die Cloud. Trotz der Verlagerung vieler Anwendungen in die Cloud bleibt es wichtig, Investitionen in Rechenzentrums-Hardware sinnvoll zu planen.

Load Balancing ist für Unternehmen eine kosteneffiziente Möglichkeit, ihren Betrieb zu skalieren und jederzeit hohe Verfügbarkeit und optimalen Benutzerkomfort zu gewährleisten. Es ist eine Basistechnologie für den Aufbau flexibler Netzwerke, die sich an steigende Nachfrage anpassen. Sie kann bei allen Arten von Datenverkehr, Services und Anwendungen nicht nur die Leistungswerte, sondern auch den Security-Status verbessern.

Funktionen von Load Balancern:

  • Optimale Verteilung von Client-Requests und Netzwerk-Datenverkehr auf mehrere Server
  • Weiterleitung von Anfragen ausschließlich an Server, die gerade online sind, um Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit zu erhöhen
  • Bereitstellung von Leistungsreserven durch die Möglichkeit zum Hinzufügen und Entfernen von Servern nach Bedarf

Beim Load Balancing werden unterschiedliche Ansätze verfolgt, von DNS Redirection zum nächstgelegenen Server bis zur Verteilung von Lasten innerhalb von Rechenzentren oder über mehrere Rechenzentren hinweg. Die Verteilung von Lasten kann auf Basis von Least Used- und Round-Robin-Kriterien erfolgen, aber auch anhand spezifischer Application-Health-Parameter. Außerdem können Disaster Recovery-Szenarios unterstützt werden.

Von KMUs und Konzernen bis hin zu Service Providern und Cloud-Betreibern setzen Unternehmen immer mehr geschäftskritische Anwendungen ein, bei denen es auf Skalierbarkeit und Verfügbarkeit ankommt. Eine weitere Anforderung der Unternehmen ist Security. Deshalb gehören zum Leistungsumfang vieler Load Balancer inzwischen auch Security-Optionen wie Web Application Firewalls sowie die Erkennung und Blockierung von DDoS-Datenverkehr.

Vom Load Balancer zum Application Delivery Controller (ADC)

Durch Funktionserweiterungen für Security, Service-Offloading und nahtlosen Anwendungszugriff haben sich viele Hardware-Load-Balancer zu Application Delivery Controllern weiterentwickelt. Kernfunktion jedes ADC bleibt dennoch das Load Balancing.

Im Enterprise- und Hosting-Bereich werden ADC-Systeme für die hochverfügbare Servicebereitstellung eingesetzt. Mit Disaster Recovery-Szenarios wird ausgeschlossen, dass es zu Ausfällen durch Single Points of Failure kommen kann. Außerdem wird vermieden, dass der Datenverkehr durch sogenannte Flaschenhälse ausgebremst wird. ADCs können darüber hinaus dazu beitragen, Denial-of-Service-Attacken zu vereiteln, und gleichzeitig unterbrechungsfreien Zugriff auf Services für legitime Nutzer zu gewähren.

ADC-Bereitstellungsarten

Derzeit gibt es drei Arten der Bereitstellung von ADC:

  • Hardware-Appliances
  • Virtuelle Appliances
  • Cloud-native Load Balancer

Passend zum Trend der Verlagerung des Computings in die Cloud realisieren Software-ADCs ähnliche Services und Aufgaben wie Hardware-Appliances und bieten bei dieser Bereitstellungsart zusätzliche Funktionen und Flexibilität. Zu den zusätzlichen Services gehören SSL/TLS-Offloading, Caching, Kompression, Intrusion Detection und Web Application Firewall. Die Bereitstellungszeiten werden weiter verkürzt, die Flexibilität wird erhöht.

Die Anforderungen an das Management verändern sich allerdings, weil nicht mehr einige wenige Appliances viele Gigabit Datenverkehr verarbeiten, sondern Dutzende bis Hunderte kleinerer softwarebasierter ADC zusammenwirken. Der entscheidende Schlüssel zur Gewährleistung von Serviceverfügbarkeit durch rechtzeitige Erkennung von Flaschenhälsen ist die zentralisierte Verwaltung der ADC-Instanzen.

Mit Application Delivery Controllern können Unternehmen ihre Application Services rasch und sicher nachfragegesteuert skalieren, sowohl in der Cloud als auch im eigenen Rechenzentrum. Bei durchdachtem Einsatz sind ADC für Unternehmen aller Größenordnungen ein hocheffektives Instrument zur Kosten- und Betriebsoptimierung.

Wir haben die besten Load Balancer für das Jahr 2022 ausgewählt

F5 BIG-IP Local Traffic Manager

Der F5 BIG-IP Local Traffic Manager (LTM) gehört zur BIG-IP-Produktfamilie. BIG-IP LMT optimiert die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit von Anwendungen sowohl auf der Netzwerk- als auch auf der Anwendungsebene (Layer 3 bzw. 7). BIG-IP LMT verbessert die Geschwindigkeit von Anwendungen und Infrastrukturen durch Echtzeit-Entscheidungen bei der Protokoll- und Datenverkehrsverwaltung auf der Grundlage von Anwendungs- und Serverbedingungen, detailliertem Verbindungsmanagement, TCP und Content Offloading.

Weil LTM eine Vollproxy-Architektur ist, können Anwender den Anwendungsdatenverkehr detailliert steuern. Außerdem erfolgt eine Überwachung der dynamischen Leistungsniveaus von Servern. Dadurch wird sichergestellt, dass Anwendungen nicht nur jederzeit verfügbar sind, sondern sich auch leichter skalieren und verwalten lassen. Die SSL-Leistung von BIG-IP LTM ermöglicht Einblicke in eingehenden und ausgehenden Datenverkehr. Der Schutz der Benutzer erfolgt durch vollständige Verschlüsselung vom Client bis zum Server.

Die Systeme von F5 gelten als Referenz. Für viele der größten IT-Abteilungen rund um den Globus sind sie die Produkte der Wahl. In der BIG-IP-Produktfamilie werden Load-Balancing-Lösungen für nahezu alle Budgets und Anwendungen angeboten. Dieses differenzierte Angebot ist eine gute Basis für Kostenvergleiche von Load Balancern – sowohl innerhalb der Produktfamilie, als auch mit Lösungen anderer Anbieter.

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NGINX Plus

Mit NGINX Plus bietet F5 integriertes Load Balancing für seine NGINX Webserver-Kunden an. Die softwarebasierte Lösung ist eine Application-Delivery-Plattform für eine effiziente Verwaltung und Skalierung von Webanwendungen und mobilen Anwendungen.

Das leistungsstarke Load Balancing mit NGINX Plus unterstützt Skalierung, aber auch Redundanz, globales Server Load Balancing, Session-Persistenz, Active Health Checks sowie dynamische Konfigurationsänderungen Ihrer Infrastruktur ohne Neustart. NGINX Plus unterstützt Load Balancing für HTTP-, TCP- und UDP-Datenverkehr.

Die Installation ist problemlos auf vorhandener eigener Hardware oder in der Cloud möglich. Zum Funktionsumfang gehören auch anwendungsspezifische Health Checks und Anwendungs-Monitoring. Viele Performance-Probleme werden automatisch detektiert und korrigiert, um sowohl bei Webanwendungen als auch mobilen Anwendungen die Verfügbarkeit signifikant zu verbessern.

A10 Application Delivery und Load Balancer

Zur Produktreihe A10 Thunder ADC gehören hochleistungsfähige Application Delivery Controller der nächsten Generation, mit denen Kunden Anwendungen mit verbesserter Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Security bereitstellen können. Der ADC kann dank hochleistungsfähiger Appliances eine Vielzahl von Prozessen simultan bearbeiten. Unterstützt werden unter anderem L4-L7-Verfahren für Serververfügbarkeit und zum Schutz gefährdeter Anwendungen sowie zur beschleunigten Auslieferung von Content.

Thunder ADC unterstützt L4-L7 Load Balancing sowie mehrere Security-Layer über Web App Firewalls und DNS App Firewalls, Authentisierung mit Single Sign-On (SSO) sowie leistungsstarke Verschlüsselung einschließlich High-Performance PFS/ECC.

Thunder ADC läuft auf dem Advanced Core Operating System (ACOS) von A10 und verbessert Leistungswerte und Security-Niveau in allen Arten von Umgebungen.

Cloud-native Load Balancer

In den zurückliegenden Jahren drehte sich fast alles um Migrationen in die Cloud. Kein Unternehmen möchte darauf verzichten, die Vorteile der Cloud für die eigenen Zwecke zu nutzen. Die meisten Unternehmen befinden sich deshalb in irgendeiner Phase der Umstellung. So ist es kaum überraschend, dass viele Cloud-Anbieter über ihre jeweiligen Kanäle auch Funktionen für das Load Balancing anbieten.

Worauf sollten Sie bei Auswahlentscheidungen achten, um eine zukunftssichere Lösung zu finden?

Die Antwort auf diese Frage hängt ganz davon ab, in welche Richtung sich Ihr Unternehmen entwickelt und welche Anforderungen Sie an das Load Balancing stellen.

Anforderungen

Wenn Sie eine einfache Lastverteilung suchen und nicht an zusätzlichen Security-Funktionen oder sonstigen erweiterten Optionen interessiert sind, stehen Leistung und Preis in den Vordergrund. Wollen Sie dagegen Ihre bisher wenig integrierten Security-Lösungen konsolidieren oder auslagern, sollten Sie einige der Lösungen aus dem letzten Kapitel in die engere Wahl nehmen. Beispiele für relevante Aspekte Ihrer Architektur: Welche Cloud-Strategie verfolgen Sie? Und was bedeutet das für Ihre extern bereitgestellten Anwendungen? Wenn Sie Anwendungen intern entwickeln, kann eine Prüfung sinnvoll sein, ob und auf welche Weise die verschiedenen Lösungen CI/CD oder andere Formen der automatisierten Bereitstellung unterstützen können.

Die meisten Lösungen decken die meisten Anforderungen ab. Aber jedes Unternehmen hat auch spezifische Anforderungen, und manchmal steckt der Teufel im Detail. Wir können Sie dabei unterstützen, die richtige Lösung für Ihre speziellen Anforderungen zu finden.

Cloud, eigenes Rechenzentrum oder Hybrid?

Ebenso wichtig wie die Art Ihrer Lösung sind Ihre Strategie für die kommenden Jahre und das geplante Tempo Ihrer Transformationsprozesse. Beinahe jedes Unternehmen hat eine mehr oder weniger detaillierte Strategie für den Umzug in die Cloud. Unterschiede betreffen die Frage, welche Elemente in die Cloud verlagert werden sollen. Die meisten Unternehmen haben kaum Schwierigkeiten damit, Ihre Büroanwendungen zum Beispiel auf Office 365 oder Google Workspace umzustellen. Die Bereitschaft, die eigenen „Kronjuwelen“ zu verlagern, also die internen Anwendungen, mit denen die primären Geschäftsprozesse direkt unterstützt werden, ist jedoch von Unternehmen zu Unternehmen äußerst unterschiedlich ausgeprägt.

Es ist sinnvoll, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, welche Konsequenzen die eigenen Migrationspläne für die Anforderungen an das Load Balancing haben. Auf dieser Grundlage lässt sich bewerten, wo der Schwerpunkt Ihres Load Balancing-Bedarfs zukünftig liegen wird: im eigenen Rechenzentrum, in der Cloud oder in einer hybriden Infrastruktur. Konzentrieren Sie sich auf den Weg zu genau diesem Ziel. Achten Sie darauf, ob Ihr Geschäft während der Transformation wachsen wird. Wenn Sie zum Beispiel in die Cloud migrieren, kann es grundsätzlich sinnvoll sein, weitere Investitionen in Vor-Ort-Lösungen zu stoppen. Aber wenn Ihr Geschäft kurzfristig wächst, könnten sich daraus Schwierigkeiten ergeben. Auch die Architektur, die nach und nach aufgegeben werden soll, muss vorerst weiterhin in Bezug auf Leistung und Updates mit Ihren Geschäftsanforderungen Schritt halten können.

Mit einigen Lösungen lassen sich sowohl lokale physische und virtuelle als auch Cloud-basierte Umgebungen in einem einheitlichen Dashboard verwalten. Auf dem Weg zur Zielarchitektur Ihres Unternehmens lassen sich mit Lösungen dieser Art diverse Services flexibel zwischen verschiedenen Umgebungen verschieben. Diese Flexibilität hat selbstverständlich einen Preis.

Zukünftige Bedarfe und optimale Lösungen vorherzusagen, kann aus vielen Gründen schwierig sein. Unsere Experten unterstützen Sie gern und engagiert dabei, in dieser Angelegenheit eine solide und fundierte Entscheidung zu treffen.

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