PKI

Warum PKI zu einer strategischen Säule moderner Cybersicherheit wird

Richard Landman
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Richard Landman , Marketing & Portfolio Director , Nomios Niederlande

3 min. Lesezeit
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Oft beginnt es mit einer Kleinigkeit: Eine Anwendung ist plötzlich nicht mehr verfügbar.
Eine API-Integration schlägt ohne ersichtlichen Grund fehl. Oder ein produktives System steht am Montagmorgen still, nicht wegen eines Angriffs, sondern wegen eines abgelaufenen Zertifikats.
Was einst wie ein nebensächliches Detail des IT-Betriebs wirkte, wird plötzlich zum geschäftskritischen Risiko.

Lange spielte die Public Key Infrastructure (PKI) eine stille Nebenrolle in IT- und Sicherheitslandschaften. Zertifikate wurden manuell ausgestellt, in Excel-Tabellen gepflegt und erst beachtet, wenn etwas schiefging. Diese Zeiten sind vorbei. Moderne Organisationen arbeiten in hybriden Cloud-Umgebungen, setzen auf Zero Trust, automatisieren jede erdenkliche Komponente und erleben ein exponentielles Wachstum maschineller Identitäten. In dieser Realität ist PKI keine technische Voraussetzung mehr, sondern eine strategische Säule digitalen Vertrauens.

Gleichzeitig steigen die Erwartungen: Zertifikatslaufzeiten werden kürzer, regulatorische Anforderungen nehmen zu, kryptografische Agilität gewinnt an Bedeutung  und Organisationen professionalisieren ihren Umgang mit Cybersicherheit. Immer mehr wird klar: Ad-hoc-Zertifikatsmanagement ist nicht mehr tragbar. PKI muss gezielt entworfen, gesteuert und betrieben werden, häufig gestützt durch Managed Services.

In diesem Beitrag zeigen wir sechs zentrale Treiber auf, die erklären, warum PKI sich von einer technischen Komponente zu einem strategischen Baustein moderner Sicherheitsarchitekturen entwickelt.

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Möchten Sie mehr über PKI erfahren? Lesen Sie unsere Ressourcen: Was ist PKI?

Die sechs Treiber für die steigende Nachfrage nach Managed PKI

1. Digitale Souveränität und Kontrolle über Vertrauen

Digitale Souveränität ist zum strategischen Ziel öffentlicher wie privater Organisationen geworden. Die zentrale Frage lautet längst nicht mehr nur: Wo liegen unsere Daten? Sondern: Wer kontrolliert die kryptografischen Schlüssel, Zertifikate und Vertrauensmodelle, die digitale Interaktionen ermöglichen?

Eine Abhängigkeit von öffentlichen Zertifizierungsstellen oder uneinheitlichen PKI-Implementierungen steht zunehmend im Widerspruch zum Wunsch nach Kontrolle über die digitale Wertschöpfungskette. Durch eine eigene Governance, intern oder über Managed Services, behalten Organisationen die Kontrolle über Richtlinien, Schlüsselmaterial, Lebenszyklen und Compliance. PKI wird so zum Instrument strategischer Autonomie.

2. Zero Trust braucht skalierbares, identitätsbasiertes Vertrauen

Zero Trust ist kein Produkt, sondern ein Architekturprinzip und stellt eine zentrale Frage: Wem oder was vertrauen wir, unter welchen Bedingungen und für wie lange?

Zertifikate sind die Grundlage für starke, maschinenlesbare Identitäten in Zero-Trust-Architekturen, für Benutzer, Workloads, Geräte und Dienste. Mutual TLS, Workload-Identitäten und serviceübergreifende Authentifizierung sind ohne PKI nicht skalierbar. Je weiter die Zero-Trust-Adoption voranschreitet, desto wichtiger wird eine robuste, automatisierte und zentral gesteuerte PKI.

3. Regulatorik macht PKI explizit

Was früher implizit lief, wird heute explizit geregelt: Gesetze und Rahmenwerke zur digitalen Resilienz, Betriebssicherheit und Datenschutz fordern zunehmend konkrete kryptografische Maßnahmen, inklusive Key-Rotation, Logging und Auditierbarkeit.

Ad-hoc-Zertifikatsverwaltung lässt sich in diesem Kontext kaum noch rechtfertigen. Eine gemanagte PKI ermöglicht es, Richtlinien, Lebenszyklen und Nachvollziehbarkeit „by design“ umzusetzen und macht Compliance damit nachweisbar.

4. Explosives Wachstum maschineller Identitäten

Die am schnellsten wachsende Identitätsklasse sind nicht Menschen, sondern Maschinen:
APIs, Microservices, Container, IoT-Geräte, CI/CD-Pipelines und Cloud-Workloads kommunizieren laufend miteinander und jede dieser Instanzen benötigt eine eigene digitale Identität.

Diese Identitäten sind kurzlebig, dynamisch und zahlreich. Klassische PKI-Modelle, ursprünglich für wenige Server und Benutzer konzipiert, skalieren in dieser Realität nicht. Ohne Automatisierung drohen Zertifikatswildwuchs, fehlende Sichtbarkeit und steigendes Risiko. Managed PKI schafft hier Sicherheit und Kontrolle.

5. Betriebliches Risiko und Geschäftskontinuität

Viele Unternehmen haben es bereits erlebt:
Ein abgelaufenes Zertifikat kann ebenso störend sein wie ein Sicherheitsvorfall.
Anwendungen gehen offline, Kundenportale sind nicht erreichbar, kritische Prozesse stoppen, oft ohne sofort erkennbaren Grund.

Meist liegt das Problem weniger in der Technik, sondern in manuellen Prozessen und mangelnder Transparenz. Kürzere Laufzeiten verstärken das Risiko zusätzlich. Der Business Case für Managed PKI ist klar: weniger menschliche Fehler, planbare Erneuerungen, höhere Verfügbarkeit und messbare Risikominimierung.

6. Wachsende Sicherheitsreife in Organisationen

Vielleicht der wichtigste Treiber: Organisationen professionalisieren ihren Umgang mit Cybersicherheit. Wo PKI früher ein Nebenthema der IT- oder Infrastrukturteams war, wächst das Verständnis dafür, dass Vertrauen, Identität und Kryptografie fundamentale Bausteine der Sicherheitsarchitektur sind.

Mit dieser Reife kommt der Wille, PKI bewusst unter strategische Kontrolle zu bringen, oft mit Unterstützung durch Managed Services. So lassen sich Architekturprinzipien, Risikomanagement und langfristige Sicherheitsstrategien besser umsetzen.

Fazit: PKI als strategisches Fundament digitalen Vertrauens

Die neue Aufmerksamkeit für PKI ist kein Hype, sondern eine logische Folge der digitalen Entwicklung: Zero-Trust-Architekturen, Cloud-native Plattformen, regulatorische Anforderungen und das Wachstum maschineller Identitäten machen „Vertrauen“ explizit und damit PKI strategisch relevant.

Wer PKI weiterhin als reines IT-Thema behandelt, riskiert, dass Vertrauen zur Schwachstelle wird.
Wer PKI hingegen strategisch positioniert, schafft ein skalierbares Fundament für digitales Vertrauen, Resilienz und Zukunftsfähigkeit.

Die steigende Nachfrage nach Managed PKI zeigt: Immer mehr Organisationen treffen genau diese bewusste Entscheidung.

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